CHRISTUSKIRCHE DONAUWÖRTH. Durner-Rössle seilt zwei Olgemälde bei Umzug ab

    Einen Umzug der anderen Art führte Durner-Rössle 2016 durch. Zwei Ölgemälde waren von der Christuskirche Donauwörth nach Mönchsroth zu transportieren. Das Besondere: Zwei Mitarbeiter seilten die Gemälde ab.


    Der Auftrag: Abseilen aus dem Turmobergeschoß der Kirche

    100 -150 Umzüge pro Jahr führen die Mitarbeiter unserer Niederlassung in Donauwörth, der Fa. Durner - Rössle durch. Überwiegend Umzüge innerhalb Deutschlands, aber auch ins benachbarte Ausland und auch nach Übersee. Diese Umzüge werden mit der notwendigen Erfahrung und der entsprechenden Ausrüstung ohne große Aufregung erledigt. Ganz anders der Auftrag, der vor einigen Tagen einging.

    Er hörte sich zunächst ganz alltäglich an: Umzug von zwei Ölgemälden von der Christuskirche in Donauwörth nach Mönchsroth zur dortigen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Das Besondere an diesem Auftrag kam erst bei der näheren Beschreibung an den Tag. Man hätte es mit der Überschrift versehen können: vom Himmel hoch da komm ich her. Die beiden Gemälde befanden sich im Turmobergeschoß der Kirche und mussten von dort abgeseilt werden. Gemalt wurden diese beiden Bilder vor über 100 Jahren von Georg Bickel (1862 – 1924), dem Malerpfarrer von Mönchsroth.

    Planung sorgt für Sicherheit

    Der erste Schritt war eine Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten. Unser Teamleiter Georg Hofer traf sich mit dem Vertrauensmann der evangelischen Gemeinde Joachim Hensold, um mit ihm den Turm zu besteigen und die Örtlichkeiten zu erkunden. Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen ist das machbar, meinte er anschließend.

    Also ging es an die Planung und bereits wenige Tage später an die Durchführung. Als erstes musste ein mitgebrachter Scheinwerfer installiert werden, um die Szene in das richtige Licht zu setzen. Die vorhandene Beleuchtung war eher für ein schummriges Tête à tête geeignet, als für das anstehende Vorhaben. Dann begannen die Vorbereitungen für den Umzug.

    Die beiden Gemälde mussten durch eine Luke in das darunter liegende Geschoß abgeseilt werden, wobei die beiden Gemälde nicht durch eine Türöffnung passten, die zur Turmluke führt. Deshalb wurden die Gemälde aus dem Rahmen gelöst und die Rahmen fachmännisch in zwei bzw. vier Teile zerlegt.

    Feuchte Hände beim Blick nach unten

    Bevor die Luke geöffnet wurde, kam der wichtigste Teil der Aktion. Die beiden Möbelpacker mussten ihr Sicherungsgeschirr anlegen, da nach dem Öffnen der Luke rundherum nur ein ca. 80 cm breiter Rand blieb, um die anstehenden Arbeiten vorzunehmen. Herr Hensold, der die Arbeiten begleitete, betonte immer wieder: das Wichtigste ist die Sicherheit Ihrer Leute. Die beiden sahen nun aus wie zwei Bergsteiger im Begriff das Matterhorn zu besteigen. Aber es ging ja in die andere Richtung, nämlich nach unten.

    Jetzt konnte die Luke geöffnet werden. Gut dass die beiden gesichert waren. Erst 9 Meter tiefer gab es wieder festen Boden. Dort stand der dritte Mann des Teams, der die himmlische Fracht in Empfang nahm. Dank der guten Vorbereitung verlief das Abseilen reibungslos.

    Nachdem die Luke wieder verschlossen und gesichert war, meinte Teamleiter Hofer: »Beim Blick da runter hatte ich schon feuchte Hände«.

    Der weitere Weg der Bilder war wieder alltäglich. Sie sind gut angekommen in ihrer neuen Gemeinde in Mönchsroth und erfahren dort bestimmt mehr Aufmerksamkeit als im Kirchturm in Donauwörth. Ein Rätsel allerdings bleibt ungelöst. Wie kamen die Gemälde in das Obergeschoß des Kirchturms. Dass sie durch die Luke hinaufgebracht und der Rahmen des großen Bildes dort wieder zusammengesetzt wurde, scheint sehr unwahrscheinlich. Vielleicht findet sich jemand, der das Rätsel lösen kann.